Quitzowstraße 138
Es handelt sich um ein Wohngebäude bestehend aus Vorderhaus und Seitenflügel mit jeweils fünf Geschossen.
Ursprünglich, d.h. kurz nach dem Erwerb des Hauses durch das Bezirksamt Tiergarten im Jahre 1987, war das Grundstück für die Erweiterung der benachbarten Schule vorgesehen. Das Haus sollte abgerissen werden. Die Investitionen in das Haus beschränkten sich auf das Notwendigste. Viele Wohnungen standen leer. Der Seitenflügel wurde gesperrt.
1989 besetzten Wohnungslose – als Protest gegen den Leerstand – mit Unterstützung der evangelischen Kirche und des Diakonischen Werkes einige Wohnungen im Haus. Aus diesem Protest entstand ein Wohnprojekt für Wohnungslose. Unter Einsatz der Arbeitskraft der Bewohner sollte ein Projekt der baulichen Selbsthilfe durchgeführt werden. Das Diakonische Werk entschied sich gegen eine weitere Beteiligung.
Das landeseigene Haus wurde am 1. April 1994 an die städtische Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO übertragen, welche dann im Jahre 1994 einen 30-jährigen Pachtvertrag mit der Gesellschaft für StadtEntwicklung gGmbH schloss. Die GSE gGmbH stellte ebenfalls die sozialpädagogische Betreuung der Projektmieter sicher. 1996 wurde ein Förderungsvertrag geschlossen.
Das Bundessozialhilfegesetz und das Landesprogramm „Integration durch Arbeit“ ermöglichten damals die Beschäftigung und Qualifizierung von insgesamt 15 erwerbslosen Sozialhilfeempfänger*innen – vom Bezirksamt Tiergarten ausgewählt. Die Lohnfinanzierung erfolgte über das arbeitsmarktpolitische Rahmenprogramm der Senatsverwaltung. Die Bauarbeiten wurden Ende des Jahres 2001 abgeschlossen. Ein Teil des Hauses wird seitdem für ein betreutes Wohnprojekt – für Jugendliche oder Personen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten – genutzt.
In 2024 haben sich die DEGEWO und wir als GSE gGmbH gemeinsam dazu entschlossen den bestehenden Pachtvertrag um weitere 5 Jahre + Option zu verlängern, um das Projekt auch weiterhin den Bedarfsgruppen voll umfänglich zur Verfügung zu stellen.