Die GSE Gesellschaft für StadtEntwicklung gemeinnützige GmbH vermietet als Generalmieterin auf politischen Wunsch im Gebäudeensemble an der Prenzlauer Promenade über 230 Räume für Künstlerinnen und Künstler. Im letzten Jahr musste die GSE beginnen, die Bestandsmietverträge auf eine moderate Kostenmiete umzustellen, da ein zuvor geltendes Mietmoratorium mit öffentlichen Mietsubventionen aufgrund der Haushaltseinsparungen des Berliner Senats nicht länger aufrechterhalten werden konnte. Im Zug dessen hat die GSE nun zwei der insgesamt über 150 Mietverträge gekündigt, da das Mietverhältnis als zerrüttet gelten kann. Denn darunter befinden sich Mieterinnen und Mieter, die dem Vorstand des Atelierhaus Prenzlauer Promenade e.V. angehören, eines Vereins, der seit 2015 für die Belange der Kunstschaffenden im Haus eintritt und seit einiger Zeit dafür wirbt, das gesamte Gebäude als Genossenschaft erwerben und übernehmen zu wollen. Der Vereinsvorstand hat wiederholt Vorfälle im Haus bewusst falsch dargestellt, die GSE offen angegriffen und erhebt nun erneut unberechtigt falsche Vorwürfe, dass die GSE eine „Kündigungswelle“ durchführen wolle.

Das Gebäudeensemble wurde in der DDR als Hotel errichtet, ab 1983 als Teil der Akademie der Wissenschaft genutzt und 2004 in den Liegenschaftsfond übertragen. Ab 2001 zogen Künstlerinnen und Künstler zur Zwischennutzung dort ein. Im Jahr 2017 hat die GSE das Gebäude von der landeseigenen Eigentümerin Berlinovo Immobilien Gesellschaft mit einem Generalmietvertrag für 25 Jahre bis 2042 zur kulturellen Nutzung angemietet und damit bereits langfristig gemeinwohlorientiert gesichert. Von 2018 bis Anfang 2023 wurde das Objekt für knapp 1,7 Mio. € mit Fördermitteln der Senatsverwaltung für Kultur instandgesetzt. Eine zweite Sanierungsphase, die vor allem einen noch im Rohbau befindlichen Teil des Objektes betreffen sollte, konnte nicht umgesetzt werden, da die notwendigen Finanzmittel nicht mehr von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt zur Verfügung gestellt werden konnten, so dass bis heute von der 9.400 qm umfassenden Nutzfläche nur 6.700 qm vermietbar sind. 

Die neue Kostenmiete beläuft sich aktuell auf 10,97 €/qm bruttowarm und setzt sich zusammen aus einer an die Eigentümerin zu zahlenden Nettokaltmiete von 3,85 €/qmVorauszahlungen für Heizung von 3,00 €/qm sowie die Vorauszahlungen für Betriebskosten mit 2,00 €/qmFür die Bewirtschaftung des Hauses wie Reparaturen, laufende Instandhaltung, Mietausfallwagnis, Verwaltung, usw. fallen derzeit 2,12 €/qm an. Bereits 2018 wurde mit dem Atelierhaus Prenzlauer Promenade e.V. die zukünftig notwendige Umstellung auf eine Kostenmiete zum Erhalt des Hauses vertraglich festgehalten. Mit Ankündigung der jetzt notwendig gewordenen Mietanpassung wurde diese jedoch vom Vereinsvorstand über einen Anwalt gegenüber der GSE kategorisch abgelehnt.

„Die GSE arbeitet nicht gegen die Mieterinnen und Mieter. Im Gegenteil – unser Ziel war und ist es, die Prenzlauer Promenade als Kultur- und Atelierstandort zu erhalten und möglichst vielen Künstlerinnen und Künstlern dauerhaft Arbeitsräume zur Verfügung zu stellen“, erklärt GSE-Prokuristin Frauke Witzler. „Für die absolut überwiegende Mehrheit der Mietverhältnisse im Haus besteht eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die wir sehr schätzen. Wir haben nicht vor, diese Mietverhältnisse zu kündigen und haben das unseren Mieterinnen und Mietern auch mitgeteilt.“

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie hier.

Pressekontakt: Rita Dittmer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, presse@gseggmbhh.de