GSE nimmt am Projekt Housing First teil
Die GSE Gesellschaft für StadtEntwicklung gemeinnützige GmbH vermietet seit Kurzem Wohnungen an obdachlose Menschen im Rahmen des Projekts „Housing First“. Die Idee ist, Wohnungslosen erst ein Obdach zu geben und dann weitere Probleme dieser Betroffenen anzugehen. Als Partner der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA) stellt die GSE freie Wohnungen in ihren Objekten zur Verfügung. Über sechs Träger, die an dem Projekt teilnehmen, werden diese Wohnungen an Menschen, die dringend ein Dach über dem Kopf benötigen, vermittelt.
Housing First ist ein relativ neuer sozialpolitischer Ansatz aus den USA im Umgang mit Obdachlosigkeit. Menschen, die auf der Straße leben, müssen nicht erst ein langwieriges Stufensystem durchlaufen, um ihre Wohnungsfähigkeit zu beweisen, sondern bekommen als allererstes ein Dach über dem Kopf. In zwei von dem Senat finanzierten Modellprojekten wurde diese Strategie von 2018 bis 2021 erprobt. Nach Ablauf und Evaluierung wird das Vorhaben nun ausgebaut und soll langfristig ins Regelsystem der Wohnungsnothilfe integriert werden.
Die GSE meldet freie Wohnkapazitäten an SenASGIVA, die über die Träger des Projekts wie etwa die Berliner Stadtmission, der Sozialdienst katholischer Frauen oder die Schwulenberatung diese Wohnungen an Suchende vermittelt. Bis jetzt konnte die GSE bereits für vier Wohnungen am Bethaniendamm, in der Skalitzer und Quitzow Straße einen unbefristeten Mietvertrag abschließen – weitere sind bereits in Planung. Die einzige Bedingung für die obdachlosen Menschen ist die Bereitschaft sich auf weitere Beratungsangebote einzulassen. Gegenwärtig wird die Miete vom Jobcenter getragen; hat der ehemals wohnungslose Mensch eine Arbeitsstelle, trägt er selbst einen Teil seiner Miete oder kann sie vielleicht sogar ganz übernehmen. Sie orientiert sich am Mietspiegel und da es sich in der Regel um einfache ein- oder zwei-Raum-Wohnungen handelt, ist die Miete gering. So kostet beispielsweise eine 60 qm-Wohnung im Treuhandvermögen des Landes Berlin bei Neuvermietung gegenwärtig 360 € netto kalt.
„Wir haben mit unserer Teilnahme an Housing First eine wunderbare Gelegenheit, zu 100 Prozent für unsere Bedarfsgruppen tätig zu sein“, erläutert Frauke Witzler, Prokuristin bei der GSE. „Die Menschen möchten gerne im gewohnten Kiez bleiben und da wir an über 100 Standorten in Berlin mehrere tausend Einheiten verwalten, findet sich meistens rasch eine passende Wohnung. Wir konnten bereits einer obdachlosen Frau mit Kleinkind zu einer Wohnung verhelfen, genauso wie Menschen, die mit ihrem Hund ein Dach über dem Kopf brauchten oder auch Personen aus dem queeren Umfeld. Es ist wunderbar, dass das Treuhandvermögen damit seinem Auftrag auch im 30ten Jahr seines Bestehens sinnvoll nachkommen kann.“
Die Pressemitteilung als PDF befindet sich unter folgendem Link.
