Am 21. Dezember 1995 unterschrieben die Senatsverwaltungen für Jugend und Familie sowie für Soziales und der damalige GSE-Geschäftsführer Dieter Ruhnke den Vertrag: Die GSE Gesellschaft für StadtEntwicklung gemeinnützige GmbH erhielt damit vom Land Berlin den Auftrag, als Treuhänderin Berlins Bedarfsgruppen mit Wohn- und Gewerberaum auszustatten. Dies war damals der gelungene Abschluss eines nahezu 15jährigen Prozesses. Anfang der 1980er Jahre standen in Berlin zahlreiche große Mietshäuser in Kreuzberg, Schöneberg und Neukölln leer, die von jungen Menschen ‚instandbesetzt‘ wurden. Zeitweise eroberte sich die Berliner Hausbesetzer-Szene so rund 160 Häuser. Der damals sozialdemokratisch regierte Senat setzte auf eine friedliche Lösung dieses politisch-sozialen Problems und den langfristigen Erhalt des Wohnraums. Die aus der Arbeiterwohlfahrt hervorgegangene Stiftung ‚Sozialpädagogisches Institut Berlin‘ (SPI) übernahm die Vermittlerrolle zwischen Hausbesitzern und Hausbesetzern.

Die Stiftung SPI unterstütze die Mietergruppen dabei, die Sanierung der Häuser zu planen, zu finanzieren, unter Eigenarbeit durchzuführen und schließlich in Eigentum zu übernehmen. Leuchtturmprojekte dieser Zeit sind unter anderen die Wiederherstellung der ‚Fabrik in der Osloer Straße‘, die Winterfeldtstraße 36 und das Haus des ‚Bikers Motorradclub Kreuzberg e.V.‘ in der Waldemarstraße 41. Alle drei Häuser gehören nach wie vor zum Treuhandvermögen der GSE. Von Beginn an überschritt die Stiftung SPI bewusst etablierte Arbeits- und Organisationsgrenzen. Sie bezog Bereiche wie Bildung, Arbeit, Wohnen und Stadtsanierung ein und entwickelte innovative Ansätze Sozialer Arbeit. Im Jahr 1987 wurde schließlich die ‚Gesellschaft für Stadtentwicklung mbH‘ (GSE) gegründet, um unterschiedliche Geschäftsbereiche wie die Betreuung von Projekten der baulichen Selbsthilfe, Beschäftigung und berufliche Qualifizierung mit öffentlichen Fördermitteln und Wohn- und Gewerberaum für benachteiligte Mietergruppen zusammenzufassen.

„Es ist verblüffend, wie aktuell die Werte und Maßgaben des vor 30 Jahren geschlossenen Treuhandvertrags immer noch sind. Die GSE unterstützt den Berliner Senat in seiner wohnungspolitischen Initiative mit sozialer Stadtentwicklung nach wie vor und leistet einen wesentlichen Beitrag, sozial benachteiligte Menschen mit sicherem, angemessenem und bezahlbarem Wohnraum zu versorgen und damit eine wichtige Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben zu schaffen“, sagt GSE-Geschäftsführer Philipp Strohm.

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